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review


Hoche, Hubert

Pictures

für Streichorchester, Partitur


Publisher: H.-H. Musikverlag, Helmstadt 2008
category: Scores
published in: das Orchester 01/2010, Page 72


Was macht ein noch relativ junger und unbekannter Komponist, wenn er sicherstellen möchte, dass seine Werke weitere Verbreitung finden? Er gründet einen eigenen Musikverlag! Hubert Hoche besitzt einen solchen Verlag und verhilft damit ganz bestimmt nicht nur seinen eigenen Kompositionen zu größerer Bekanntheit. So manche Rarität für ungewöhnliche Besetzungen, aber auch praktikable Bearbeitungen von Stücken bekannter Komponisten hat Hubert Hoche bereits veröffentlicht.
Eine der letzten Neuerscheinungen sind seine Pictures für Streichorchester. Dabei mag der Begriff Orchester sich eher auf die Klangvorstellung des Urhebers beziehen, denn alle 13 Stimmen (acht Violinen, je zwei Bratschen und Violoncelli und ein Kontrabass) sind eindeutig solistisch zu besetzen. Und damit die Klangwirkung sich genau so entfalten kann wie Hubert Hoche sie geplant hat, ist der großformatigen und übersichtlichen Partitur eine genaue Sitzordnung des Streicherensembles beigefügt.
Welche „Bilder“ dem in den vergangenen Jahren mehrfach für seine Werke ausgezeichneten Komponisten, der auch als Chorleiter und Dirigent von Blasorchestern sehr aktiv ist, vorgeschwebt haben mögen, muss im Dunkeln bleiben. Klar wird allerdings schon beim Blick in die Partitur der Pictures, dass es Hoche um das Entwerfen von Klangbildern geht, um die Entwicklung mal transparenter, mal robusterer Farben und Strukturen. Das geht so weit, dass das Partiturbild mitunter selbst wie ein stark geometrisches Gemälde wirkt.
Hubert Hoche nutzt seinen mittelgroßen Streicherapparat zur Erzeugung von zahlreichen unterschiedlichen, auf kleinstem Raum sich abwechselnden Tonstrukturen, die mal scharf gezeichnet und rhythmisch konturiert, mal eher flächig und ineinander fließend aufgebaut sind. Interessante räumliche Effekte ergeben sich beispielsweise durch das Gegeneinander von Triolen, Quintolen und Sextolen oder das Verteilen der aufeinander folgenden Töne einer weit ausschwingenden Melodielinie auf die einzelnen, auf der Bühne klar voneinander getrennt positionierten Instrumente.
Das im April 2008 vom Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau in Würzburg aus Anlass des 60. Geburtstags des Bayerischen Tonkünstlerverbands uraufgeführte Werk zeichnet sich nicht nur durch klare Strukturen und übersichtliche Verläufe der Stimmen und Stimmgruppen aus; es macht in einer rund siebenminütigen Reise von der fein abgestuften Klangentstehung zu Beginn bis zum weiträumig ausklingenden Schluss gekonnt Gebrauch von den spezifischen Möglichkeiten eines größeren Streicherensembles – ohne sich dabei freilich allzu weit von einem mittleren Schwierigkeitsgrad zu entfernen.
Daniel Knödler




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