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DOV kritisiert Privatisierungen im Kulturbereich

(04/20/2010)

Die Deutsche Orchestervereinigung kritisiert die zunehmende Privatisierung von öffentlich finanzierten Orchestern und Opernhäusern. Anlass ist die Umwandlung von Volkstheater und Norddeutscher Philharmonie in Rostock von einem städtischen Regiebetrieb in eine GmbH zum 1. April. DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens sagte, seit 1990 seien bundesweit 43 Konzertorchester beziehungsweise Opernhäuser mit eigenem Orchester von der öffentlichen Hand in eine GmbH überführt und privatisiert worden. Dies seien fast ein Drittel der insgesamt 133 deutschen Kulturorchester. "Die Privatisierung allein löst jedoch keine Finanzprobleme", so Mertens. Entscheidend sei der politische Wille zur langfristigen Finanzierung.


Hamburger SPD beschließt Untersuchungsausschuss zur Elbphilharmonie

(04/20/2010)

Die Hamburger SPD-Bürgerschaftsfraktion hat den Antrag zur Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Elbphilharmonie beschlossen. "Der Ausschuss soll die Ursachen und Hintergründe der Kostenexplosion untersuchen und die politische Verantwortung für die Fehlentwicklung des Projekts klären", sagte der finanzpolitische Sprecher der Fraktion, Peter Tschentscher. Die Elbphilharmonie ist seit Jahren Streitobjekt in Hamburg. Die Bürgerschaft bewilligte bisher 323,5 Millionen Euro für das Vorhaben. Ursprünglich waren 77 Millionen Euro veranschlagt worden. In der vergangenen Woche hatte der Baukonzern Hochtief der städtischen Realisierungsgesellschaft ReGe einen detaillierten Terminplan übergeben, wonach sich die Eröffnung der Elbphilharmonie auf 2013 verschiebt.


Die französischen Orchester blicken beunruhigt in die Zukunft

(03/26/2010)

Die französische Vereinigung der Orchester AFO, die nahezu die Gesamtheit der Berufsorchester in Frankreich repräsentiert, ist sehr beunruhigt über die Zukunft, insbesondere hinsichtlich der Finanzierung. Vor dem Hintergrund steigender Lohnkosten und im Hinblick auf die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen bei den örtlichen Orchesterträgern – insbesondere in den Gemeinden und Städten, die circa 80 Prozent des Budgets für die Orchester aufbringen – beklagt die Vereinigung die seit 2004 unterbliebene Aufstockung der staatlichen Gelder. Die fundamentale Rolle der Orchester für den sozialen Zusammenhalt und die Lebendigkeit der Region erfordert nach Ansicht der Vereinigung einen offenen Dialog mit Staat und örtlichen Behörden, um die Ziele und Aufgaben sowie die Wahrnehmung der Aktivitäten der Orchester noch mehr zu fokussieren.


Young Euro Classic unterstützt Protest Berliner Orchester gegen Abbau von Musikunterricht

(03/18/2010)

Aus voller Überzeugung unterstützt das Festival Young Euro Classic den Protest der führenden Orchester und Opernhäuser in Berlin gegen den Abbau von Musikunterricht. "Unser Festival stellt jedes Jahr eindrücklich unter Beweis", so Festivalleiterin Gabriele Minz, "welch immense Bedeutung die Beschäftigung mit Musik für Jugendliche in aller Welt darstellt. Sie kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn sie besitzt neben der pädagogischen Qualität eine soziale und völkerverbindende Dimension mit großem Zukunftspotenzial." Es sei nicht nachvollziehbar, dass in vielen anderen Kontinenten wie Asien und Lateinamerika die Musikausbildung immer wichtiger werde, während sie im Kulturland Deutschland Zug um Zug zurückgefahren werde. Young Euro Classic appelliert daher an die Verantwortlichen in Bund und Ländern, insbesondere an den Berliner Schulsenator Jürgen Zöllner, den schleichenden Abbau des Musikunterrichts in den Schulen zu stoppen und seine Gleichrangigkeit gegenüber den anderen künstlerischen und nichtkünstlerischen Fächern zu gewährleisten.


VG Musikedition meldet erfreuliches Ergebnis

(03/18/2010)

Das Geschäftsjahr 2009 bescherte der VG Musikedition Gesamterträge in Höhe von 2,646 Millionen Euro. Damit erzielte die VG Musikedition im vergangenen Jahr das zweitbeste Ergebnis überhaupt. Vor dem Hintergrund der erfreulichen Entwicklung in den vergangenen Jahren war es darüber hinaus möglich, Rückstellungen aufzulösen und an die Mitglieder auszuschütten, sodass insgesamt 2,318 Millionen Euro an Autoren und Musikverlage verteilt werden konnten. Erfreulich, so Geschäftsführer Christian Krauß, sei vor allem, dass in nahezu sämtlichen Sparten Ertragssteigerungen verbucht werden konnten. Besonders hervorzuheben ist dabei die Sparte "Vervielfältigungsabkommen mit Kirchen", in der zukunftsweisende Verträge abgeschlossen bzw. verlängert werden konnten, die den Rechteinhabern langfristig eine angemessene Vergütung für die Nutzung ihrer Werke sichern. Darüber hinaus verweist Krauß auf die Ausweitung der internationalen Aktivitäten der VG Musikedition, indem mit zwei weiteren Schwestergesellschaften (Finnland und Hongkong) erstmals Gegenseitigkeitsverträge unterzeichnet werden konnten.


Philharmonie Baden-Baden erhält mehr Geld

(03/16/2010)

Die Musiker der Philharmonie Baden-Baden erhalten mehr Geld. Zunächst auf fünf Jahre befristet wird eine von Sponsoren und aus Stiftungsmitteln finanzierte außertarifliche Zulage gezahlt. Diese füllt das Tarifgehalt der Vergütungsgruppe TVK D auf das Niveau einer TVK B-Vergütung auf.


Verstärkte musikalische Ausbildung an Kindergärten und Schulen gefordert

(02/22/2010)

Eine verstärkte musikalische Ausbildung an Kindergärten und Schulen soll kommenden Generationen den Start ins Leben erleichtern und der gestiegenen Gewaltbereitschaft junger Leute entgegenwirken. Mit dieser Forderung möchte der Münchner Universitätsprofessor Michael von Brück dem Erziehungssystem in Deutschland Impulse für eine grundlegende Erneuerung geben. Dabei bezieht sich von Brück auf jüngste Erkenntnisse der Hirnforschung, die in einer Untersuchung bei den Hofer Symphonikern mit den angeschlossenen Einrichtungen einer Musikschule, Kunstschule und Suzuki-Akademie erstmals nachweisen konnte: das Erlernen eines Instruments und gemeinsames Musizieren schaffen beste Voraussetzungen, um Heranwachsende zu geistig und emotional ausgereiften Menschen zu entwickeln.


Stiftung Heidelberger Frühling startet mit einer Million Euro

(02/19/2010)

Die Stiftung Heidelberger Frühling unter dem Stiftungsratsvorsitz von Manfred Lautenschläger hat offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Ziel der Stiftung ist die finanzielle Unterstützung des Internationalen Musikfestivals Heidelberger Frühling bei seiner programmatischen Weiterentwicklung. Die Stiftung ist mit einer Million Euro ausgestattet. Verteilt auf zunächst fünf Jahre fließt das Geld zum Teil in das Stiftungskapital zur langfristigen Absicherung der Stiftungsarbeit, zum Teil als Spende unmittelbar in anstehende Projekte des Festivals. Erstes Förderprojekt ist ab 2011 die Heidelberg Lied Academy mit Bariton Thomas Hampson.


Sächsische Orchester Konferenz gegründet

(01/28/2010)

Vertreter aller sächsischen Orchester haben in Leipzig die Sächsische Orchester Konferenz gegründet. Ziel des Zusammenschlusses ist der Erhalt der "reichen Orchesterlandschaft Sachsens in ihrer Breite, Vielfalt und Qualität" in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wie Initiator Heiner Stolle (Foto), Orchestervorstand des Leipziger Gewandhausorchesters, mitteilte. Kultur und speziell die Orchester dürften nicht weiter dem Sparzwang zum Opfer fallen. Die Sächsische Orchester Konferenz wolle einen intensiven Erfahrungsaustausch der einzelnen Klangkörper untereinander in Gang setzen. Durch ein "solidarisches Einstehen füreinander" sollten, wenn nötig, Probleme an den einzelnen Standorten gemeinsam gelöst werden, betonte Stolle.


Besucherrekord bei der Vogtland Philharmonie

(01/28/2010)

Erstmalig seit ihrem Bestehen hat die Vogtland Philharmonie mehr als 100.000 Konzertgäste in einer Spielzeit erreicht, genau 103.962 Gäste. "Dabei haben wir als musikalischer Botschafter des Vogtlandes von den 171 sinfonischen Konzerten des vergangenen Jahres 80 Prozent in Sachsen und Thüringen absolviert", resümierte Generalmusikdirektor Stefan Fraas, Intendant der Vogtland Philharmonie, mit berechtigtem Stolz, aber auch ein wenig Sorge: "Wir haben damit eigentlich unsere Kapazität voll ausgereizt, es war das arbeitsintensivste Jahr, meine Philharmoniker waren bis an die Schmerzgrenze gefordert." Dass sich diese Arbeit auch ökonomisch gut ausmacht, beweist der Zuwachs an eingespielten Geldern: Es sind mehr als 850.000 Euro, damit habe die Philharmonie ihr Ergebnis aus dem Vorjahr um 16 Prozent gesteigert.


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